Den Überblick über seine Finanzen zu haben, ist nicht immer leicht, bringt aber viele Vorteile. Dank der Digitalisierung ist es heutzutage bedeutend einfacher geworden, ein persönliches Budget zu erstellen. Tipps, wie Sie dabei am besten vorgehen, erhalten Sie unten im Video!

Wie man seine Finanzen in den Griff kriegt und sparen lernt, ohne zu verzichten, darüber haben wir ausserdem mit Andrea Schmid-Fischer, Präsidentin des Dachverbands Budgetberatung Schweiz, gesprochen.

 

Frage: Wofür geben wir Schweizer zu viel Geld aus?

Andrea Schmid-Fischer: Das ist sehr individuell. Ich empfehle der Frage nachzugehen, wenn man sich wundert, wo das liebe Geld geblieben ist, das eigene Geldleben stresst, wenn Rechnungen versanden, Zahlungserinnerungen oder Mahnungen eintrudeln. Dann hilft ein massgeschneidertes Budget herauszufinden, ob und wo zu viel Geld abfliesst.

 

Wer hat am meisten Mühe, mit seinem Geld zu wirtschaften?

Je knapper Geld ist, umso mehr Kompetenzen, Disziplin und Verbraucherwissen braucht es, damit nicht schon Mitte des Monats Ende des Geldes ist. Das ist für viele Menschen – unabhängig vom Einkommen – eine Herausforderung. Es wird einfach bei hohen Einkommen weniger schnell zum Problem.

 

Wie kann man seine Finanzen in den Griff bekommen?

Mit einem massgeschneiderten Budget kommt man der Sache auf die Spur. Der Dachverband Budgetberatung Schweiz bietet dafür auf seiner Webseite Budgetvorlagen an, betreibt die App BudgetCH, und unsere Mitglieder bieten persönliche Beratungen an.

 

Wie weiter, wenn man sich eine Übersicht verschafft hat?

Das allererste Budget ist eine Art Bestandsaufnahme, die den Test im Alltag noch bestehen muss. Danach gilt es einen Weg zu finden, um einzelne Budgetposten möglichst einzuhalten, und Erfahrungen zu sammeln. Das Haushaltsgeld kann zum Beispiel durch 4,.3 Wochen geteilt werden. 4,3 Wochen, weil der Monat mehr als 28 Tage hat. So wird klar, wie viel man pro Woche für den Haushalt ausgeben kann, ohne das Budget aus dem Lot zu bringen.

So geht sparen, ohne zu verzichten

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Einfacher und bequemer Überblick über die Finanzen

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Quelle: Postfinance

In welchem Bereich können die grössten Einsparungen gemacht werden?

Die Klassiker sind zu hohe Fixkosten bei Miete und Mobilität. Vor allem geleaste Autos werden schnell zu einer zu hohen Belastung. Aber auch bei den variablen Kosten wie externer Verpflegung, Bekleidung, Ausgang, Genussmitteln, Ferien etc. kann sehr viel Geld eingespart werden.

 

Wie hoch sollen Fixkosten (Miete, Krankenkasse, Handy-Abo etc.) im Verhältnis zum Lohn höchstens sein?

Die Budgetbeispiele des Dachverbands zeigen auf, wie das Verhältnis zum Einkommen sein muss, damit die Rechnung aufgeht. Der Richtwert liegt bei maximal 60 Prozent bei den tiefen Einkommen. Es ist wichtig, ein stimmiges Verhältnis nicht zu überschreiten, weil sonst nicht genug Geld für den Haushalt, die persönlichen Auslagen und Rückstellungen für Gesundheitskosten und anderes übrigbleibt.

 

Sandwich, Salatbowls, Coffee to go: Viele berufstätige Menschen kaufen Take-away-Produkte. Pure Geldverschwendung?

In vielen Fällen ja, klar! Die Verpflegung selbst zuzubereiten und mitzunehmen, ist um Welten billiger und umweltschonender. Was spricht denn dagegen, den Kaffee in der Thermosflasche von zu Hause mitzunehmen? Wenn das Anstehen an der Theke wegfällt, ist das unter Umständen sogar auch noch schneller.

 

Ist es überhaupt möglich zu sparen, ohne zu verzichten?

Kommt darauf an, wie Verzicht definiert wird. Ein Picknick im Park kann genauso schön und romantisch sein wie ein feines Essen im Restaurant. Bedeutend billiger ist es jedoch meistens. Kinderkleider tauschen oder gratis im Verwandten- und Freundeskreis herumreichen ist nicht nur günstiger, sondern erst noch umweltschonender. Mit etwas Kreativität lässt sich bei vielen Budgetposten einiges bewegen, ohne dass es einer Einbusse an Lebensqualität gleichkommt.

 

Eine Familie zu finanzieren, ist kein Kinderspiel. Wie viel kostet ein Kind im Durchschnitt?

Eine Million, habe ich mal als junge Mutter gelesen. Das hat mich damals ziemlich eingeschüchtert. Inzwischen haben wir drei erwachsene Kinder in Ausbildung. Was ein Kind kostet, hängt eng mit den Vorstellungen der Eltern zusammen. Fakt ist jedoch auch, dass ein Einkommen vielfach nicht ausreicht und Trennungen bei Familien mit Kindern in finanziell prekäre Situationen führen können.

 

Taschengeld bei Kindern ist auch immer ein heikles Thema. Wie viel ist angemessen?

Der Dachverband Budgetberatung Schweiz publiziert nach Alter abgestufte Taschengeldempfehlungen. Das sind keine sakrosankten Beträge. Sie sollen zum Familienbudget passen. Bei Jugendlichen spricht Budgetberatung Schweiz vom erweiterten Taschengeld. Die Idee ist, Verantwortung für weitere Budgetposten wie Kleider, Handy etc. zu übergeben. So wird der Spielraum nach und nach erweitert, damit der Umgang mit Geld eingeübt werden kann.

 

Soll man bereits Kinder dazu anhalten, über ihre Ausgaben Buch zu führen?

Es gilt altersgemässe Methoden zu finden, die zum Kind passen, und zu zeigen, dass mit Geld immer mehrere Dinge gleichzeitig gemacht werden können: z. B. teilen, sparen, ausgeben. Dafür reichen drei Zündholzschachteln, das Kinder-Cash-Sparschwein oder ganz einfach mehrere Bargeld-Kuverts in einer Schuhschachtel. Das kann natürlich dazu führen, dass Lernende oder Mittelschüler anfangen, ihre Ausgaben mittels Buchführung oder App zu erfassen.