Hämorrhoiden (Hämorriden) - Beobachter
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Veröffentlicht am 27.02.2020

1. Überblick

Über Hämorrhoiden spricht kaum jemand gerne – und doch sind viele Menschen davon betroffen. Dabei kann einem Hämorrhoidalleiden gut vorgebeugt werden.

Hämorrhoiden hat jeder und jede von uns: Dabei handelt es sich um Schwellkörper, die in der Schleimhaut des unteren Enddarms (Analkanal) ein dichtes Gefässpolster bilden.

Krankhaft sind Hämorrhoiden erst dann, wenn sich in diesem Gefässpolster das Blut staut und nicht mehr ungestört abfliessen kann. Man spricht dann auch von einem Hämorrhoidalleiden.

Hämorrhoiden sind auch unter der Schreibweise «Hämorriden» bekannt; fälschlicherweise liest man öfter auch den Begriff «Hämoriden».

Die Folge von vergrösserten Hämorrhoiden sind knotenartige Vorwölbungen der Schleimhaut, die zu Beschwerden wie


Schätzungen zufolge haben fast 70 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal im Leben Beschwerden durch krankhaft vergrösserte Hämorrhoiden. Dann liegt das sogenannte Hämorrhoidalleiden vor. Im Volksmund verwendet man jedoch in der Regel meist den Begriff Hämorrhoiden, auch wenn eigentlich das Hämorrhoidalleiden damit gemeint ist. Nicht nur ältere Menschen sind von vergrösserten Hämorrhoiden betroffen, sondern auch viele jüngere Personen.

Hämorrhoiden, die nur leicht vergrössert sind, kann der Arzt von aussen weder sehen noch tasten. In weiter fortgeschrittenen Stadien wölben sich vergrösserte Hämorrhoiden jedoch in den Analkanal vor. Sie treten während des Stuhlgangs bei stärkerem Pressen aus dem After und ziehen sich dann wieder zurück. Dabei können Hämorrhoiden im After eingeklemmt werden – starke Schmerzen können die Folge sein. Im weiteren Verlauf liegen die Hämorrhoiden permanent vor der Afteröffnung und lassen sich nur noch mit dem Finger oder auch gar nicht mehr in den After zurückschieben.

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Typische Symptome durch vergrösserte Hämorrhoiden sind schmerzlose, hellrote Blutungen im Analbereich. Der Betroffene sieht häufig Blut am Toilettenpapier oder auch auf dem Stuhl. Hinzu kommen Beschwerden wie Jucken, Stechen, Brennen, Nässen und das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können.

Die Ursachen für vergrösserte Hämorrhoiden sind vielfältig. Sie reichen von Verstopfung (Obstipation) und verstärktem Pressen beim Stuhlgang bis hin zu Übergewicht (Adipositas) und einer angeborenen Bindegewebsschwäche.

Wer sich viel bewegt und auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achtet, kann für einen weichen, regelmässigen Stuhlgang sorgen und somit die Symptome der vergrösserten Hämorrhoiden lindern. Hämorrhoidensalben und entzündungshemmende Zäpfchen können gegen leichtere Beschwerden helfen. Bei stärkerer Ausprägung von Hämorrhoiden müssen die beteiligten Blutgefässe und das umgebende Gewebe verödet (Sklerosierungstherapie, Infrarotkoagulation), abgebunden (Ligatur) oder auch chirurgisch entfernt werden.

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Wissenswertes

  • Auch wenn die Veranlagung eine Rolle spielt: Sie können viel tun, um einem Hämorrhoidalleiden vorzubeugen – oder ein bestehendes zu lindern!
  • Halten Sie Stuhldrang nicht unnötig lange zurück, sondern geben Sie ihm möglichst nach. So vermeiden Sie harten Stuhl und somit unnötiges Pressen auf der Toilette!
  • Andererseits gilt: Gehen Sie nur auf die Toilette, wenn Sie auch wirklich Stuhldrang verspüren – und nicht etwa, wenn Sie meinen, dass es jetzt mal wieder an der Zeit wäre!
  • Sie dürfen sich auf der Toilette Zeit lassen – verweilen Sie jedoch nicht unnötig lange auf dem WC. Andernfalls entsteht ein Dauerdruck auf den Analbereich.
  • Versuchen Sie, auf der Toilette nicht zu stark zu pressen. Beim Pressen steht der Analbereich unter einem hohen Druck, was vergrösserte Hämorrhoiden begünstigt!
  • Damit Sie gar nicht erst Pressen müssen, ist ein weicher Stuhlgang wichtig. Sorgen Sie daher mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten für reichlich Ballaststoffe und achten Sie darauf, viel zu trinken – vorzugsweise Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertees oder auch Fruchtschorlen.
  • Und auch mit regelmässiger Bewegung können Sie punkten: Geeignet sind Sportarten wie Wandern, Schwimmen oder Radfahren, da sie den Beckenboden nicht belasten.
  • Lassen Sie überflüssige Pfunde purzeln! Je mehr Sie wiegen, desto mehr Druck lastet auf Ihrem Analbereich – ein Risikofaktor für vergrösserte Hämorrhoiden!
Ein Mann sitzt auf dem WC.

Hämorrhoiden kann man vorbeugen, indem man mit dem Stuhlgang bewusst umgeht.

Quelle: Getty Images
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2. Definition

Jeder Mensch hat von Natur aus Hämorrhoiden (griech. haíma = Blut, rhéin = fliessen). Hämorrhoiden stellen eine wichtige, natürliche Struktur des Analkanals dar und sind keine Erkrankung. Hämorrhoiden sind knotenförmige Erweiterungen einzelner Abschnitte des Schwellkörpers (sog. Corpus cavernosum recti), der oberhalb der Schliessmuskeln am Darmausgang liegt. Sie bilden in der Schleimhaut des unteren Enddarms (Analkanal) ein dichtes Gefässpolster. Arterien und Venen versorgen die Hämorrhoiden mit Blut.

Zusammen mit dem inneren und äusseren Schliessmuskel des Afters dichten Hämorrhoiden den Darm nach aussen hin ab. Hämorrhoiden helfen der Schliessmuskulatur, den Darmausgang auch bei Belastung verschlossen zu halten (sogenannte Feinkontinenz), so zum Beispiel beim Niesen oder Lachen. Meist wölben drei Knoten, die an der Einmündung der Arterien in den Schwellkörper liegen, hierfür die Schleimhaut vor.

Krankhaft werden Hämorrhoiden erst dann, wenn sich in diesem Gefässpolster das Blut staut und nicht mehr ungestört abfliessen kann. Die Hämorrhoiden vergrössern sich und machen sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar – dann handelt es sich um ein Hämorrhoidalleiden.

Schon in der Antike war das Krankheitsbild bekannt. Der griechische Name «haimorrhoideis phlebes» bedeutet so viel wie «blutfliessende Adern» und wurde über das Lateinische im 18. Jahrhundert ins Deutsche übernommen.

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Grade von Hämorrhoiden

Je nachdem, wie stark ein Hämorrhoidalleiden ausgeprägt ist, teilt man vergrösserte Hämorrhoiden in vier Grade ein, bei denen unterschiedliche Symptome auftreten:

  • Grad I
    In diesem Stadium sind die bei jedem Menschen vorkommenden Hämorrhoiden zwar vergrössert, aber noch relativ klein und von aussen nicht sichtbar. Sie können sich von allein und ohne spezielle Behandlungsmassnahmen zurückbilden und verursachen häufig keinerlei Beschwerden. Nur mithilfe einer Spiegelung des Analkanals und des Enddarms (Proktoskopie) kann der Arzt die Hämorrhoiden erkennen.
  • Grad II
    Im zweiten Stadium eines Hämorrhoidalleidens sind die Knoten bereits grösser. Bei einer Untersuchung mit dem kurzen Protoskop treten sie deutlich sichtbar hervor. Beim Pressen hingegen treten sie noch nicht komplett vor die Afteröffnung hervor. Die Hämorrhoiden können sich ohne entsprechende Behandlung nicht mehr spontan zurückbilden.
  • Grad III
    In diesem Stadium «fallen» die Knoten bei der Stuhlentleerung oder auch spontan teilweise oder vollständig vor die Afteröffnung. Man spricht von einem Prolaps. Die Hämorrhoiden ziehen sich aber meist wieder von selbst in den Analkanal zurück. Der Betroffene kann die Knoten auch leicht mit dem Finger in den Analkanal zurückschieben.
  • Grad IV
    Im letzten Stadium eines Hämorrhoidalleidens liegen die Hämorrhoiden permanent vor der Afteröffnung und können auch nicht mehr manuell zurückgeschoben werden (fixierter Prolaps). Sie sind somit ständig sichtbar.
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Häufigkeit

Krankhaft vergrösserte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) kommen häufig vor. Da viele Betroffene mit leichten Beschwerden im Analbereich nicht zum Arzt gehen, sind genaue Zahlen nicht bekannt. Schätzungen zufolge haben jedoch fast 70 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal in ihrem Leben vergrösserte Hämorrhoiden.

3. Ursachen

Krankhaft vergrösserte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) können viele Ursachen haben. Sie entstehen, wenn sich die Gefässe im sogenannten hämorrhoidalen Schwellkörper am Darmausgang vorwölben. Dies passiert vor allem dann, wenn der Analbereich unter einem hohen Druck steht, so zum Beispiel bei dauerhafter Verstopfung (Obstipation) oder starkem Pressen bei der Stuhlentleerung.

Weitere begünstigende Faktoren und Ursachen für vergrösserte Hämorrhoiden können sein:

  • eine angeborene Schwäche des Bindegewebes, die zur Erschlaffung der Schliessmuskeln führt
  • eine überwiegend sitzende Tätigkeit, Bewegungsmangel
  • eine ballaststoffarme Ernährung
  • ungenügende Flüssigkeitsaufnahme
  • Übergewicht

Oft gilt auch eine Schwangerschaft als mögliche Ursache. Wie häufig Hämorrhoidalleiden in der Schwangerschaft tatsächlich sind, ist jedoch unklar. Viele Schwangere haben zwar Probleme im Analbereich. In den meisten Fällen handelt es sich aber nicht um vergrösserte Hämorrhoiden, sondern um Analthrombosen oder um Beschwerden durch Hautfalten im After, sogenannte Marisken.

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4. Symptome

Bei Hämorrhoiden sind die Symptome vom Grad der Erkrankung abhängig. Genau genommen spricht man bei Beschwerden nicht von Hämorrhoiden, sondern von einem Hämorrhoidalleiden – denn Hämorrhoiden sind ein natürlicher Teil der Afterregion eines jeden Menschen. Erst wenn die knotenförmigen Ausstülpungen im Enddarm vergrössert sind, so dass Symptome auftreten, haben sie auch einen Krankheitswert.

Hämorrhoiden Grad I

Bei einem Hämorrhoidalleiden ersten Grades kann man die krankhaften Ausstülpungen des sogenannten hämorrhoidalen Schwellkörpers von aussen noch nicht sehen und es treten nicht immer Symptome auf.

Da die Afterschleimhaut im Inneren des Afterkanals schmerzunempfindlich ist, haben viele Personen mit vergrösserten Hämorrhoiden im ersten Stadium noch keine Schmerzen. Die Betroffenen bemerken die Hämorrhoiden meist durch Symptome wie gelegentlich auftretende Auflagerungen von hellrotem Blut auf dem Stuhl oder auf dem Toilettenpapier, manchmal auch durch Juckreiz (Pruritus) im Analbereich. Die schmerzlosen Blutungen entstehen, wenn harter Stuhl die Gefässwände der Hämorrhoiden beschädigt.

Hämorrhoiden Grad II

Bei Hämorrhoiden zweiten Grades sind die knotenförmigen Erweiterungen im Enddarm bereits grösser. Sie treten zeitweise vor die Afteröffnung. Es können Schmerzen auftreten, die von der stark schmerzempfindlichen Afterhaut ausgehen. Weitere Symptome in diesem Stadium sind:

  • schmerzlose Blutungen bei der Stuhlentleerung, die entweder als Stuhlauflagerung oder als tropfende Blutungen auftreten können
  • Brennen, Juckreiz (Pruritus), entzündlich gerötete Haut und Nässen im Afterbereich
  • das Gefühl unvollständiger Entleerung nach dem Stuhlgang beziehungsweise ein Fremdkörpergefühl

Treten die Hämorrhoiden immer häufiger vor die Afteröffnung, können Knoten eingeklemmt werden (Inkarzeration). Starke Schmerzen können die Folge sein. In den Gefässen des Knotens entsteht durch die Einklemmung ein Blutstau. Durch den Blutstau fliesst das Blut in den abfliessenden Venen des Schwellkörpers langsamer, wodurch sich Blutgerinnsel (Thrombose) bilden und zum Verschluss der Venen führen können. Darüber hinaus kann durch eine länger anhaltende Durchblutungsstörung das Gewebe des eingeklemmten Knotens absterben.

Hämorrhoiden Grad III und IV

Bei Hämorrhoiden ab dem dritten Grad fallen die vergrösserten Hämorrhoidalknoten beim Stuhlgang oder auch spontan vor die Afteröffnung und ziehen sich nicht mehr von selbst zurück.

Bei den Betroffenen treten Symptome auf wie:

  • Stechen und Brennen im Afterbereich
  • Juckreiz am After
  • Absonderung von Schleim, der die Unterwäsche verschmutzt
  • ungewollter Abgang von Stuhl (sog. Stuhlschmieren)
  • permanenter Fremdkörpergefühl im Afterbereich
  • Blutungen
  • Schmerzen

Bei den Symptomen gilt es zu beachten, dass sie nicht nur auf vergrösserte Hämorrhoiden hinweisen können, sondern dass auch andere Ursachen in Frage kommen. Laien verwechseln vergrösserte Hämorrhoiden oft mit sogenannten Marisken. Diese sind sehr häufig vorkommende, harmlose äussere Hautfalten an der Afteröffnung. Sie können gelegentlich Beschwerden bereiten, wenn die Haut gereizt und entzündet ist, und können deshalb mit einer Hämorrhoiderkrankung verwechselt werden.

Bei anhaltenden oder starken Beschwerden oder bei Blut im Stuhl oder auf dem WC-Papier sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, weil auch ernstere Erkrankungen dahinterstecken können. Auch bei länger anhaltenden Stuhlunregelmässigkeiten und Schleimabsonderungen ist ein Arztbesuch ratsam.

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5. Diagnose

Bei vergrösserten Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) kann der Arzt die Diagnose häufig schon durch die geschilderten Beschwerden vermuten. Allerdings können die für Hämorrhoiden typischen Symptome wie zum Beispiel Blut im Stuhl oder Schmerzen im Analbereich auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten.

Insbesondere bei Blutungen während des Stuhlgangs muss der Arzt einen bösartigen Tumor im Bereich des Dick- und Mastdarms (kolorektales Karzinom) in seiner Diagnose ausschliessen. Deshalb wird er die Person eingehend körperlich untersuchen und die Analregion abtasten. So kann er knotige Veränderungen leicht feststellen.

Um die Diagnose zu sichern, spiegelt der Arzt in der Regel den Analkanal (Proktoskopie) und den Enddarm (Rektoskopie). Diese Untersuchungen sind in der Regel schmerzlos und risikoarm.

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Vergrösserte Hämorrhoiden müssen nicht zwingend behandelt werden, wenn sie keine oder nur gelegentliche Beschwerden verursachen. Wichtig ist allerdings, dass der Arzt besonders bei Blutauflagerungen im Stuhl einen bösartigen Tumor im Bereich des Dickdarms ausschliesst. In diesem Fall kann eine Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) Gewissheit verschaffen.

6. Therapie

Die Beschwerden bei vergrösserten Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) können Sie dauerhaft lindern, wenn Sie im Laufe der Therapie einen weichen, geformten Stuhlgang erreichen, den Sie ohne Pressen entleeren können. Die Hämorrhoiden-Behandlung richtet sich zudem danach, wie stark die Beschwerden sind.

Verstopfung entgegenwirken

Sie können selbst viel tun, um vergrösserte Hämorrhoiden zu behandeln – ein paar Verhaltensweisen und Hausmittel können oft schon Linderung verschaffen. Einem zu harten Stuhlgang oder Verstopfung können Sie zum Beispiel durch folgende Massnahmen entgegenwirken:

  • Achten Sie auf ausreichend Bewegung – sie fördert die Darmbewegung (Peristaltik)
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und ballaststoffreich und essen Sie viel Gemüse und Obst.
  • Vermeiden Sie blähende Speisen.
  • Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken, mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag.

Bei dauerhaften Verstopfungsbeschwerden hilft es in vielen Fällen, als Hausmittel täglich Weizenkleie mit viel Flüssigkeit einzunehmen.

Wichtig ist zudem, nicht zu lange auf dem WC zu verweilen, nur dann auf die Toilette zu gehen, wenn ein Drang besteht, und umgekehrt den Stuhlgang auch nicht unnötig zu unterdrücken.

Auf Analhygiene achten

Eine gründliche Analhygiene ist bei vergrösserten Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) zur Behandlung wichtig, um die Beschwerden zu lindern. Sitzbäder und Umschläge mit entzündungshemmenden Stoffen wie Kamille können als Hausmittel gegen die Symptome hilfreich sein. Auf Seife, feuchte Tücher oder Kosmetika sollten Sie lieber verzichten, um die Analregion nicht zusätzlich zu reizen, was die Hämorrhoiden-Behandlung erschwert. Auch sollte man mit dem WC-Papier nicht zu stark reiben.

Bei leichten Beschwerden

Leichtere Beschwerden durch Hämorrhoiden kann man meist erfolgreich mit Salbe, Creme, speziellen Analtampons oder Zäpfchen behandeln. Einige Produkte enthalten Kortison – diese sollten nur für kurze Zeit zum Einsatz kommen. Andere werden auf Basis eines natürlichen Wirkkomplexes aus inaktivierten Mikroorganismen, dem Zusatz von Lidocain zur akuten Schmerzlinderung oder auch mit Hamamelis oder Aloe vera zur Entzündungshemmung hergestellt. Diese Präparate gegen Hämorrhoiden kann man zur Behandlung ohne Rezept in der Apotheke kaufen. Sie lindern die Entzündung, bekämpfen akute Schmerzen und stillen den Juckreiz. Sie verkleinern allerdings nicht die vergrösserten Hämorrhoiden. Auch ist nicht abschliessend geklärt, inwieweit Hämorrhoidsalben, Zäpfchen und Co. tatsächlich die Symptome reduzieren können. Bei anhaltenden Beschwerden oder wenn Hautreizungen durch die Hämorrhoiden auftreten, sollten Sie diese Salben und Zäpfchen nicht unkontrolliert und dauerhaft ohne Rücksprache und Behandlung durch den Arzt anwenden.

Bei stärkeren Beschwerden

Rufen vergrösserte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) stärkere Symptome hervor, reichen Salben zur Behandlung nicht mehr aus. Eine ärztliche Behandlung ist dann empfehlenswert. Es kommen verschiedene Möglichkeiten der Behandlung in Betracht. Hämorrhoiden der Grade I und II können mit der sogenannten Sklerosierungstechnik verödet werden. Hierbei spritzt der Arzt in die Gefässzuflüsse der Hämorrhoiden ein Mittel, welches das Gewebe schrumpfen und verfestigen lässt (z.B. fünfprozentiges Phenolmandelöl). Die Blutgefässe ziehen sich dadurch in den Enddarm zurück.

Auch die sogenannte Gummibandligatur (Ligatur = Abbinden) kann bei Hämorrhoiden helfen. Bei dieser Behandlung schnürt der Arzt die Hämorrhoidalknoten mithilfe eines Gummibands ab. Die Knoten sterben innerhalb weniger Tage ab, so dass der Körper sie abstösst.

Zeigen diese Verfahren der Behandlung keine Erfolge oder liegen Hämorrhoiden im weiter fortgeschrittenen Stadium vor, müssen die Knoten in der Regel operativ entfernt werden (eine sogenannte Hämorrhektomie). Kleine Eingriffe können ambulant vorgenommen werden, in schwereren Fällen ist ein stationärer Aufenthalt erforderlich.

Nach einer Hämorrhoiden-Operation können Beschwerden auftreten. Dazu zählen etwa Schmerzen beim Sitzen oder beim Toilettengang. In der Regel sind die Schmerzen nur vorübergehend und lassen sich mit Schmerzmitteln gut behandeln. Zu möglichen Komplikationen einer Hämorrhoiden-OP zählen beispielsweise Nachblutungen, eine Verengung des Darmausgangs oder Abszesse. In sehr seltenen Fällen funktioniert der Schliessmuskel nach der Hämorrhoiden-OP nicht mehr richtig, sodass die Betroffenen keine Kontrolle mehr über ihren Stuhlgang haben.

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7. Verlauf

Beschwerden durch leicht vergrösserte Hämorrhoiden (Grad I bis II) klingen manchmal von selbst wieder ab. Ein ausgeprägtes Hämorrhoidalleiden schreitet ohne Behandlung jedoch weiter fort, sodass die Symptome an Intensität zunehmen.

Bei rechtzeitiger Behandlung nehmen vergrösserte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) in der Regel einen positiven Verlauf. Es ist allerdings möglich, dass später erneut vergrösserte Hämorrhoiden auftreten (sog. Rezidivbildung).

Je früher Sie bei Anzeichen von Hämorrhoiden einen Arzt aufsuchen, desto besser!

Viele Menschen scheuen sich davor, mit ihren Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, so dass die Erkrankung längere Zeit unbehandelt fortschreitet. Falsche Scham ist allerdings unangebracht!

Komplikationen

Nur in äusserst seltenen Fällen haben vergrösserte Hämorrhoiden ernstzunehmende oder gar lebensbedrohliche Folgen. Allerdings kann ein Hämorrhoidalleiden sehr unangenehme Komplikationen und Beschwerden mit sich bringen – insbesondere in fortgeschrittenen Stadien.

Hämorrhoidalknoten vierten Grades, die permanent vor der Afteröffnung liegen, sind durch das Wischen mit Toilettenpapier häufig wund. Nässende, ekzemartige Hautveränderungen (Ekzem = «Juckflechte») und Geschwüre können entstehen.

Da der Stuhl viele Bakterien enthält, bilden sich an wundgeriebenen Knoten leicht Infektionen. Mitunter entstehen aus solchen Infektionen grössere Eiterherde – Abszesse, die chirurgisch entfernt werden müssen. Zudem ist es möglich, dass sich sogenannte Analfisteln bilden. Dies sind tiefe, ständig entzündete Gänge, die zur Haut, zum Mastdarm oder in das Becken führen können.

Werden die vergrösserten Hämorrhoiden verletzt, zum Beispiel durch starkes Pressen beim Stuhlgang oder durch das Wischen mit Toilettenpapier, können stärkere arterielle Blutungen entstehen, die medizinisch behandelt werden müssen. Insbesondere Personen mit arteriellem Bluthochdruck (Hypertonie) und Patienten mit blutverdünnenden Medikamenten sind hierfür gefährdet.

Werden aus dem After heraustretende Hämorrhoiden eingeklemmt, können starke Schmerzen die Folge sein. Da die Gefässe des Knotens eingeengt sind, staut sich das Blut. Bedingt durch diesen Blutstau durchströmt das Blut die Venen des Schwellkörpers langsamer, wodurch sich Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden, die zum Verschluss der Venen führen können. Darüber hinaus kann das Gewebe des eingeklemmten Knotens absterben, wenn die Durchblutung für längere Zeit gestört ist.

Viele dieser Komplikationen lassen sich durch einen frühzeitigen Arztbesuch vermeiden.

8. Vorbeugen

Vergrösserten Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) können Sie nicht zu 100 Prozent vorbeugen, denn auch angeborene Faktoren wie eine Bindegewebsschwäche können bei der Entstehung eine Rolle spielen.

Allerdings können Sie eine Menge tun, um die Wahrscheinlichkeit für ein Hämorrhoidalleiden zu senken oder das Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern.

Mithilfe einer gesunden Ernährung und viel Bewegung können Sie die Wahrscheinlichkeit für vergrösserte Hämorrhoiden senken!

Eine bewusste, ballaststoffreiche Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und eine geregelte Stuhlentleerung sind hier das A & O. Körperliche Bewegung in Form von Spaziergängen, Radfahren oder Schwimmen hat ebenfalls einen positiven Effekt. Der Beckenboden kann zudem gezielt mit Beckenbodentraining gestärkt werden. Da ein hohes Körpergewicht den Enddarm belastet und den Blutkreislauf erschwert, verringert die Vorbeugung gegen oder der Abbau von Übergewicht die Gefahr eines Hämorrhoidalleidens. Insbesondere sollten Sie vermeiden, beim Stuhlgang zu lange auf der Toilette zu verweilen oder zu stark zu pressen, da sonst ein hoher Druck auf den Analbereich wirkt, welcher Hämorrhoiden begünstigt. Gehen Sie ausserdem nur auf das WC, wenn Sie Stuhldrang verspüren, und zögern Sie den Stuhlgang dann nicht unnötig heraus.

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Dr. med. Claudia Twerenbold erklärt, ob Masken wirklich schützen – und worauf man bei selbstgemachten Modellen achten sollte.
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